May 15, 2018

Auf der Suche nach dem Alpensteinbock….

Beim Wandern in der wunderschönen Engadiner Berglandschaft ist es nicht so einfach, die einheimische Tierwelt zu entdecken, abgesehen vom gelegentlichen Warnsignal des Murmeltiers. Ein Höhepunkt jeder Wanderung in die Schweizer Alpen ist die Sichtung des wilden Alpensteinbocks (Capra ibex), auch Steinbock genannt, einer Wildziegenart, die in den Bergen der europäischen Alpen lebt.

Ein idealer Ort, um den Steinbock zu entdecken, ist die hochalpine Bergregion nahe der Stadt Pontresina, etwa 5 km vom berühmten Skiort St.Moritz im Engadin entfernt. Je nach Jahreszeit sind sie oberhalb (Sommer) oder unterhalb der Baumgrenze (Herbst, Winter) zu sehen. Ich habe eine Gruppe von ca. 20-25 Tieren gesehen und fotografiert, die sehr entspannt und an den menschlichen Kontakt gewöhnt waren. Meiner Erfahrung nach besteht eine gute Chance, sie im Frühsommer zu sehen, wenn die Luft noch kühl ist und der letzte Schnee schmilzt. Je wärmer es wird, desto höher werden sie klettern und desto härter werden sie gefunden. Zweimal fand ich sie zum Entspannen und Sonnenbaden ein paar hundert Meter von der Segantini-Hütte auf 2731 m, wo der Maler Giovanni Segantini im September 1899 starb.

Es gibt zwei verschiedene, recht steile Routen, die zur Segantini-Hütte führen. Von der Bergstation Muottas Muragl aus geniesst man eine spektakuläre Aussicht fast bis ins Engadin. Muottas Muragl ist mit der Standseilbahn von Punt Muragl südlich von Pontresina aus erreichbar. Vom Aussichtspunkt aus ist die Route markiert und in ca. 2-2,5 Stunden zu erreichen. Alternativ mit dem Sessellift von Pontresina zur Alp Languard und von der gegenüberliegenden Seite zur Segantini-Hütte. Ca. 200-300m vor der Hütte folgen Sie einem der kleinen Pfade auf der rechten Seite zu höherem Gelände und einem Plateau ca. 50m über der Hütte, wo sie sich manchmal ausruhen. Alpensteinböcke sind aufgrund ihres bräunlich-grauen Haares nicht leicht zu erkennen. Manchmal ist es einfacher zu warten, sich genau umzuschauen und zu sehen, ob sich am Berg etwas bewegt.

Bitte achten Sie darauf, die Tiere nicht zu stören, bewegen Sie sich langsam und leise und respektieren Sie deren Fluchtdistanz. Da diese Steinböcke an Menschen gewöhnt sind, sind sie ganz entspannt, wenn man ihnen nicht zu nahe kommt. Beachten Sie, dass die Gruppe über ein großes Gebiet verstreut ist. Männliche Steinböcke, leicht erkennbar an ihren langen Hörnern, schützen die Gruppe, indem sie die Grenzen um die Weibchen und die Jungen sichern. Es kann passieren, dass ein neugieriger Steinbock näher kommt und sogar Ihren Weg kreuzt, es passiert mir…wir waren beide überrascht und ein wenig schockiert (der Steinbock und ich:) Bleiben Sie ruhig und bewegen Sie sich langsam rückwärts, aus meiner Erfahrung heraus, sie werden nicht angreifen, wenn sie nicht provoziert werden.

Für schöne Aufnahmen reicht ein Teleobjektiv von ca. 200-300mm aus, es sei denn, Sie wollen ganz nah fotografieren. Für die Bilder in meiner Galerie habe ich mein 70-200mm Objektiv auf Nikon D200 und D800 Gehäusen verwendet.

Viel Spaß und viel Glück bei der Suche!

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